Anfang der 1980er Jahre beginnt eine dreiköpfige Forschungsgruppe in Louisville, Kentucky, Sitzungen zu protokollieren, in denen eine Bewusstseinsintelligenz spricht, die sich selbst als „Ra" bezeichnet. 106 solcher Sitzungen entstehen über mehrere Jahre. Sie werden in vier Bänden veröffentlicht, unter dem Titel: Das Gesetz des Einen.
Dieser Artikel erklärt, was das Ra-Material ist, wie es entstand und warum es bis heute gelesen wird.
Wer oder was ist „Ra"?
Ra beschreibt sich selbst als einen „sozialen Erinnerungskomplex" — eine Gruppe von Wesen in einem weit fortgeschrittenen Bewusstseinszustand, die einst auf der Venus gelebt haben sollen. Ra spricht nicht als Individuum, sondern als kollektives Bewusstsein, das im Namen des „Einen Unendlichen Schöpfers" kommuniziert.
Die Verbindung zum ägyptischen Sonnengott Ra ist kein zufälliger Name. Das Material behauptet, Ra habe bereits in der Antike mit ägyptischen Priestern in Kontakt gestanden — Wissen wurde übermittelt, das später in Symbolen festgehalten wurde, die wir heute als Tarot kennen.
Ra erhebt keinen Anspruch auf blinde Gefolgschaft. Alle Aussagen sollen durch eigene Erfahrung und eigenes Urteil geprüft werden. Die Selbstbeschreibung, die sich durch alle Sitzungen zieht: „Wir sind demütige Boten des Gesetzes des Einen."
Wie entstand das Ra-Material?
Am 15. Januar 1981 beginnen die Sitzungen. Die Gruppe besteht aus drei Personen:
Don Elkins, Physikprofessor und Pilot, der seit Jahren UFO-Forschung betrieb
Carla L. Rueckert, die als „Instrument" fungierte — sie befand sich während der Sitzungen in einem tiefen, tranceartigen Zustand und sprach die Antworten Ras
James McCarty, der protokollierte und das technische Umfeld absicherte
Don stellte die Fragen, Carla sprach, James schrieb mit. Das Ergebnis ist kein vages spirituelles Kondensat, sondern ein konzeptuell dichtes, über 106 Sitzungen hinweg kohärentes System.
Buch IV, auf dem diese Artikelserie basiert, enthält die Sitzungen 76 bis 106. Der Schwerpunkt liegt auf dem archetypischen Geist — der tiefsten Struktur hinter Bewusstsein, Körper und Seele — und auf dem Tarot der Großen Arkana als dessen Kartierung.
Was ist das „Gesetz des Einen"?
Das Grundprinzip des Materials: Alles ist Eins. Jedes Wesen, jede Erfahrung, jedes Ding ist letztlich ein Ausdruck desselben unendlichen Schöpfungsbewusstseins. Die Vielfalt der Welt — mit allen ihren Gegensätzen und Konflikten — ist in dieser Sicht eine Form der Selbsterfahrung des Schöpfers durch sich selbst.
Das ist keine neue Idee. Sie taucht in der Vedanta-Philosophie auf, im Taoismus, in der Mystik aller Kulturen. Was das Ra-Material davon unterscheidet, ist der Versuch einer systematischen Entfaltung: in Dichtestufen, Archetypen, Energiekörpern und einer Kosmologie, die von der Entstehung des Universums bis zur Rückkehr in die Einheit reicht.
Warum wird es heute noch gelesen?
Das Material wurde 1982 veröffentlicht und ist seitdem nie vergriffen.
Konsistenz. Über 106 Sitzungen, gestellt von jemandem ohne vollständiges Vorwissen, bleibt das System bemerkenswert widerspruchsfrei. Wo Widersprüche auftreten, werden sie innerhalb des Systems erklärt.
Präzision. Ra antwortet selten vage. Die Aussagen sind oft technisch und philosophisch präzise — und stellen hohe Anforderungen an den Leser.
Keine Hierarchie. Keine Mitgliedschaft, keine Gefolgschaft, kein Glaubensbekenntnis. Das Material ist frei zugänglich.
Anschlussfähigkeit. Das Ra-Material verbindet Konzepte aus Physik, Psychologie, östlicher Philosophie, westlicher Esoterik und Kosmologie — ohne dass man einem davon bereits zustimmen muss.
Eine Anmerkung zur Quelle
Alle Artikel dieser Serie basieren auf dem Ra-Material, „Das Gesetz des Einen", Buch IV (deutsche Übersetzung von Jochen Blumenthal, L/L Research, © 1982). Die Inhalte werden erklärt und zugänglich gemacht, nicht unkritisch übernommen. Das Originalmaterial ist frei zugänglich unter llresearch.org.
Was kommt in dieser Serie?
Was ist der archetypische Geist? — Die Blaupause hinter Geist, Körper und Seele
Was ist der Schleier des Vergessens? — Warum wir vergessen, wer wir sind
Die sieben Archetypen des Geistes — Das Tarot als Karte der Bewusstseinsevolution
Was sind die Dichten? — Die 8 Stufen der kosmischen Entwicklung
Die Wahl — Das zentrale Thema der menschlichen Existenz
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