Alle einundzwanzig Archetypen — sieben des Geistes, sieben des Körpers, sieben der Seele — führen zu einem einzigen Punkt. Dieser Punkt ist der zweiundzwanzigste Archetyp, und Ra gibt ihm einen Namen, der ungewöhnlich schlicht ist für ein so fundamentales Konzept: Die Wahl.

Im Tarot wird er durch den Narren dargestellt. Das ist kein Zufall.

„Die dritte Dichte ist eine Entscheidung"

Eine der dichtesten Aussagen in Buch IV steht in Sitzung 76. Don Elkins fragt, warum die dritte Dichte — unsere gegenwärtige Erfahrungsebene — so kurz ist im Vergleich zur ersten und zweiten Dichte, die Milliarden von Jahren umfassen.

Ra antwortet in vier Worten: „Die dritte Dichte ist eine Entscheidung."

Als Elkins nachfragt, ob die dritte Dichte also für den Zweck dieser Entscheidung existiert, antwortet Ra: „Dies ist präzise korrekt."

Und dann folgt eine der bemerkenswertesten Formulierungen des gesamten Ra-Materials: „Die Wahl, wie ihr es nennt, ist die Arbeit eines Moments, aber ist die Achse, auf der sich die Schöpfung dreht."

Diese Aussage verdient langsames Lesen. Die Wahl ist die Arbeit eines Moments — nicht eines langen Prozesses, nicht einer Lebensaufgabe, sondern eines Augenblicks. Aber dieser Augenblick ist die Achse, auf der sich die gesamte Schöpfung dreht.

Was bedeutet das?

Was die Wahl im Rahmen der 22 Archetypen ist

Ra gibt in Sitzung 77 eine strukturelle Erklärung, die das Verständnis schärft.

Die einundzwanzig Archetypen haben, wie Ra sagt, für jeden Geist/Körper/Seele-Komplex einzigartige Facetten und Beziehungen. Sie sind nicht starr, sie passen sich der individuellen Erfahrung an. Aber dann fügt Ra etwas Entscheidendes hinzu: „Nur Zweiundzwanzig, Die Wahl, ist relativ fest und steht allein."

Das ist eine außergewöhnliche Aussage über die Struktur des archetypischen Systems. Alle anderen Archetypen sind variabel, individuell, für jeden Menschen leicht anders. Nur die Wahl ist fest. Nur die Wahl ist für jeden gleich.

Das erklärt die Struktur des gesamten Systems: Die 21 Archetypen sind der Aufbau — die Architektur von Geist, Körper und Seele, die jeweils ihre eigene Dynamik hat. Die Wahl ist das, worauf dieser gesamte Aufbau zielt. Sie ist nicht Teil der drei Systeme — sie steht über ihnen, neben ihnen, als das, zu dem sie alle führen.

Ra sagt in Sitzung 88, dass in der ursprünglichen Lehrsequenz der Signifikator — das selbstbewusste, suchende, wollende Wesen — nicht in Paaren mit anderen Archetypen betrachtet wurde, sondern allein. „Da der Signifikator mit den Archetyp Zweiundzwanzig gepaart wird."

Das ist die tiefste Paarung des Systems: Das selbstbewusste Wesen (Hierophant, Gehängter, Sonne) und die Wahl. Das Wesen und die Entscheidung, die es treffen muss. Das ist kein intellektuelles Paar — es ist ein existenzielles.

Die beiden Richtungen: Dienst an Anderen, Dienst am Selbst

Was ist der Inhalt der Wahl? Ra beschreibt sie immer wieder mit dem gleichen Begriffspaar: Dienst an Anderen oder Dienst am Selbst.

Das klingt zunächst wie eine moralische Unterscheidung. Ra macht jedoch von Beginn an klar, dass es das nicht ist.

In Sitzung 93 schlägt Ra vor, die Polaritäten anders zu betrachten: „Man kann die Polaritäten mit der buchstäblichen Natur betrachten, die von der physischen Polarität des Magneten genossen wird. Das Negative und Positive, mit ihren elektrischen Eigenschaften, können ebenso wie im physikalischen Sinn verstanden werden. Es ist recht unmöglich, die Polarität einer Handlung oder eines Wesens zu beurteilen, ebenso wie es unmöglich ist, die relative Gutheit der negativen und positiven Pole des Magneten zu beurteilen."

Und dann fügt Ra eine zweite Beschreibung hinzu: „Das, was positiv ist, ist ausstrahlend; das, was negativ ist, ist absorbierend."

Das ist präziser als die Begriffe „gut" und „böse". Ausstrahlen bedeutet: nach außen geben, Anderen-Selbsten Licht anbieten, den Schöpfer in jedem anderen Wesen sehen und lieben. Absorbieren bedeutet: nach innen sammeln, die eigene Kraft durch Kontrolle über Andere vergrößern, das Selbst als das Zentrum setzen.

Beide Polaritäten sind wirksam. Beide ermöglichen spirituelle Entwicklung — bis zur sechsten Dichte, wo der negative Pfad an seine Grenze stößt und sich auflöst. Beide sind, nach Ra, Ausdrücke des Schöpfers, der sich selbst erkennt.

Die Wahl ist keine moralische Entscheidung

Das ist ein Punkt, den Ra besonders betont, weil er der gängigsten Interpretation widerspricht.

In Sitzung 90 erklärt Ra, dass der Logos bewusst eine Neigung in das archetypische System eingebaut hat: „Lass uns sagen, aus Mangel an einem stärker präzisen Adjektiv, dass dieser Logos eine Neigung zu Freundlichkeit hat." Das bedeutet: Das System ist nicht neutral. Es gibt Hinweise darauf, welcher Weg effizienter ist — und Ra weist an mehreren Stellen darauf hin, dass der Dienst-an-Anderen-Weg von der Architektur des Systems bevorzugt wird.

Aber Ra sagt auch explizit, dass dies keine moralische Überlegenheit ist, sondern eine Frage der Effizienz. Der negativ polarisierte Adept kann die gleichen spirituellen Kräfte mobilisieren, die gleichen Verbindungen zu intelligenter Energie herstellen, die gleiche Tiefe erreichen — nur auf einem anderen Weg.

In Sitzung 77 gibt Ra ein eindrückliches Bild: Schöpfungen, in denen es keinen freien Willen und keine Polarität gab — nur die Dienst-an-Anderen-Richtung — hatten etwas, das Ra mit einem „primitiven Stamm" vergleicht, in dem es Konzepte von erlaubt und tabu gibt, aber kein echtes „richtig" oder „falsch". Ra nennt das eine „Kultur in Monochrom". Und dann — eine der überraschendsten Aussagen in Buch IV — sagt Ra, dass man in diesem Kontext denjenigen, den wir Luzifer nennen, „insofern als einen echten Lichtbringer sehen" kann, als dass das Wissen von Gut und Böse den Impuls für Bewegung, Arbeit und Lernen lieferte.

Das ist keine Verherrlichung des Negativen. Es ist eine strukturelle Aussage: Ohne die Möglichkeit der negativen Polarität gibt es keine echte Wahl. Ohne echte Wahl gibt es keinen freien Willen in seiner vollen Form. Und ohne freien Willen in seiner vollen Form gibt es die intensive, feurige Erfahrung der dritten Dichte nicht — jene Erfahrung, die Ra als die lebendigste aller Dichtestufen beschreibt.

Warum die Wahl das Fundament aller höheren Arbeit ist

Ra erklärt in Sitzung 77 direkt, wozu die Wahl nötig ist: „Die Polarisierung oder Wahl jeder Geist/Körper/Seele ist notwendig, um aus der dritten Dichte heraus geerntet werden zu können. Die höheren Dichtestufen verrichten ihre Arbeit aufgrund der Polarität, die in dieser Wahl gewonnen wird."

Das ist ein fundamentaler Zusammenhang. Die Arbeit der vierten, fünften und sechsten Dichte — die Dichten von Liebe, Weisheit und Einheit — ist nur möglich aufgrund der Polarität, die in der dritten Dichte gewählt wurde. Ohne diese Wahl gibt es kein Material, mit dem in höheren Dichten gearbeitet werden könnte.

Ra beschreibt in Sitzung 78 den Zweck von Polarität so: „Der Zweck von Polarität ist es, das Potenzial zu entwickeln, um Arbeit zu verrichten. Arbeit wird viel effizienter und mit größerer Reinheit, Intensität und Vielfalt durch das freiwillige Suchen von Geist/Körper/Seele-Komplexen nach den Lektionen der dritten und vierten Dichtegrade ausgeführt."

Das Schlüsselwort ist „freiwillig". Die Wahl muss freiwillig getroffen werden — unter dem Schleier, ohne direkte Erinnerung an frühere Leben, ohne sicheres Wissen über die kosmische Struktur, ohne Garantie. Genau diese Freiwilligkeit — dieses echte Nicht-Wissen, in dem dennoch gewählt wird — ist das, was die Wahl so mächtig macht.

Die Wahl ist die Arbeit eines Moments — und dauert ein Leben

Hier liegt eine scheinbare Spannung, die Ra in Buch IV mehrfach berührt.

Einerseits: Die Wahl ist der Augenblick, die Achse, die Entscheidung. Andererseits: Die dritte Dichte existiert für diese Entscheidung, und die gesamte archetypische Architektur — 21 Archetypen — baut auf diese Entscheidung hin.

Ra löst diese Spannung in Sitzung 76 auf eine Weise, die beide Seiten bewahrt: „Der Auftakt zur Wahl muss das Legen des Fundaments, die Etablierung der Illusion und die Funktionsfähigkeit dessen, was spirituell funktionsfähig gemacht werden kann, umfassen. Der verbleibende Teil der Dichtestufen ist kontinuierliche Verfeinerung der Wahl."

Das heißt: Die Wahl ist ein Moment — und zugleich etwas, das ein ganzes Leben, viele Inkarnationen, die gesamte Erfahrung der dritten Dichte umfasst. Die Einzelentscheidung, die in einem Moment getroffen wird, ist der Kulminationspunkt eines langen Reifungsprozesses. Und alle Erfahrungen danach — in vierter, fünfter, sechster Dichte — sind Verfeinerung dessen, was in diesem Moment gewählt wurde.

Ra beschreibt dritte Dichte im Vergleich zu den anderen Dichten mit einem eindrücklichen Bild: „In dritter Dichte wird die Statue im Feuer geschmiedet. Dies ist eine Art von Intensität, die den vierten, fünften, sechsten oder siebten Dichtestufen nicht eigen ist." Die vierte Dichte ist Verfeinerung der ungehobelten Skulptur. Die dritte Dichte ist der Ofen selbst. Und in diesem Ofen findet die Wahl statt.

Der Narr: Das Bild der Wahl

Im Tarot wird der zweiundzwanzigste Archetyp durch den Narren dargestellt. Die traditionelle Karte zeigt eine leichtfüßige Figur, die am Rand eines Abgrunds steht — oder gerade über ihn hinausgeht — mit einem kleinen Bündel über der Schulter, einen Hund an den Fersen, das Gesicht zur Sonne gewandt. Die Figur wirkt sorglos, unbekümmert, vielleicht naiv. Sie schaut nicht auf den Abgrund.

Ra macht in Buch IV keine ausführliche Kommentierung des Narren-Bildes — das entspricht Ras Prinzip, dem Schüler das Sehen zu überlassen. Aber die Wahl des Bildes ist sprechend.

Der Narr ist der einzige Archetyp ohne Nummer — oder mit der Nummer Null. Er steht außerhalb der Reihe, außerhalb der Ordnung der 21. Er ist der, der über die Ordnung hinausgeht. Er ist die Wahl, die alle Ordnung transzendiert — weil echte Wahl immer ein Sprung ins Unbekannte ist.

Der Narr steht am Abgrund und schaut zur Sonne. Das ist keine Dummheit — es ist Vertrauen. Die Wahl im Ra-Material ist kein rationaler Kalkül, kein abgesicherter Plan. Sie ist ein Schritt in eine Richtung, ohne vollständige Garantie, aber mit echter innerer Orientierung.

Ra beschreibt in Sitzung 89 die Entscheidung auf Venus — wie auch Ra einst die Wahl traf — als etwas, das nicht durch vollständiges Verstehen, sondern durch Wachstum geschah: „In unserer eigenen Erfahrung waren wir uns darüber bewusst, dass ein so vereinender Archetyp existierte, haben diesem Archetyp aber nicht den richtigen Konzeptkomplex gegeben, um diesen Archetyp am effizientesten für das Voranbringen unserer Evolution nutzen." Das ist bemerkenswert: Selbst Ra auf Venus kannte die volle Bedeutung der Wahl nicht vollständig, bevor die Ernte geschah. Die Wahl wird nicht vollständig verstanden — sie wird vollzogen.

Wie die Wahl getroffen wird

Ra gibt in verschiedenen Sitzungen Hinweise darauf, wie die Wahl konkret vollzogen wird.

Die Wahl ist nicht das, was man einmalig erklärt oder bekennt. Sie ist das Muster des Lebens — die kumulative Ausrichtung aller Gedanken, Gefühle und Handlungen über Zeit. Ra nennt in früheren Büchern des Ra-Materials (nicht Buch IV) als Maßstab: etwa 50% positive Polarisierung für Erntefähigkeit zum Dienst-an-Anderen-Weg, und etwa 95% negative Polarisierung für Erntefähigkeit zum Dienst-am-Selbst-Weg. Der negative Weg ist schärfer, weil er vollständiger sein muss — eine teilweise negative Orientierung führt nicht zur Ernte, wohl aber eine teilweise positive.

Was beschleunigt die Wahl? Ra beschreibt in Sitzung 85 die vier wichtigsten Funktionen, die durch den Schleier verschleiert wurden und nun als Beschleuniger dienen:

Visionieren und Weit-Sehen — die Fähigkeit des Geistes, über die unmittelbare Raum/Zeit-Erfahrung hinauszusehen. Vor dem Schleier war der Geist nicht in der Zeit gefangen. Nach dem Schleier ist Raum/Zeit die einzige offensichtliche Erfahrungsmöglichkeit — und das, was über sie hinausgeht, muss erarbeitet werden.

Das Träumen — der direkte Kanal des Unbewussten zum Bewusstsein, der im Schlaf geöffnet ist. Für den, der lernt, Träume zu nutzen, öffnet sich ein beschleunigter Weg zur Polarisierung.

Die Kenntnis und Kontrolle des Körpers — das Wissen darüber, wie der körperliche Komplex mit dem spirituellen Komplex zusammenhängt. Dieses Wissen ermöglicht eine vollständigere Manifestation der gewählten Polarität.

Der Wille oder das reine Verlangen — Ra nennt das die wichtigste und bedeutendste Funktion. Nicht der Wille im Sinne von Disziplin oder Entschlossenheit, sondern das reine Verlangen nach einer Richtung. Die Polarisierung entsteht nicht primär durch Handlungen, sondern durch die Tiefe und Reinheit des Verlangens, das diesen Handlungen zugrunde liegt.

Was nach der Wahl kommt

Ra beschreibt in Sitzung 78 die Struktur der höheren Dichten knapp und klar.

In vierter Dichte verfeinen positive und negative Polarität unabhängig voneinander. Die positive Gemeinschaft baut auf der gewonnenen Polarität auf, die negative Hierarchie ebenfalls. Beide verichten Arbeit — in entgegengesetzten Richtungen, aber aus der gleichen Quelle: der Polarität, die in dritter Dichte gewählt wurde.

In fünfter Dichte — der Dichte der Weisheit — ist die Situation ähnlich, aber tiefer. Die Arbeit der Weisheit ist sowohl für den positiv als auch für den negativ Polarisierten in Raum/Zeit-Bezug gleich. In Zeit/Raum jedoch — auf der Ebene, die hinter der physischen Manifestation liegt — sind die Erfahrungen stark vergrößert und vertieft, aufgrund der freiwilligen Natur der Polarisierung.

In sechster Dichte — der Dichte der Einheit — kommt der entscheidende Punkt für den negativ Polarisierten: „Für zu Dienst-am-Selbst polarisierte Wesen ist die Tatsache, dass an irgendeinem Punkt die negative Polarität verlassen wird, schwierig genug." Der negative Pfad endet in der sechsten Dichte. Alles muss als Liebe/Licht gesehen werden — und das ist für jemanden, der über Oktaven hinweg die Trennung kultiviert hat, der tiefste und schwerste Schritt.

Der positive Pfad hat dieses Problem nicht: Er hat von Anfang an nach der Einheit gestrebt und sie in der sechsten Dichte als normale Umgebung gefunden.

Die Wahl und der archetypische Geist

Ra beschreibt in Sitzung 89 das, was auf Venus nach dem Abschluss der dritten Dichte als Erkenntnis entstand: „Der eine große Durchbruch, der gemacht wurde, nachdem unsere Arbeit in dritter Dichte getan war, lag darin, dass dem Arkanum Nummer Zweiundzwanzig, welches wir Die Wahl genannt haben, die richtige Gewichtung gegeben wurde."

Das ist bemerkenswert: Ra auf Venus hatte das vollständige System der 22 Archetypen, aber kannte die Bedeutung der Wahl nicht in ihrer vollen Tiefe. Erst nach der Ernte — nach dem Abschluss der dritten Dichte — wurde klar, wie zentral der zweiundzwanzigste Archetyp ist.

Ra fügt hinzu: „Ein angemessenes Verständnis des Archetypen Zweiundzwanzig ist höchst hilfreich darin, die grundlegende Sicht auf den Signifikator von Geist, Körper und Seele zu schärfen, und darüber hinaus die Transformation und den Großen Weg von Geist-, Körper- und Seele-Komplexen in ein reineres Relief wirft."

Das bedeutet: Wer die Wahl versteht, sieht die anderen 21 Archetypen klarer. Der Signifikator — das selbstbewusste, suchende Wesen — wird verständlicher, wenn man versteht, dass es das Wesen ist, das wählt. Die Transformationen des Geistes, des Körpers und der Seele werden klarer, wenn man versteht, dass sie alle auf eine Wahl hinführen. Die Großen Wege werden klarer, wenn man versteht, dass sie die Umgebungen sind, in denen die Wahl vollzogen und vertieft wird.

Warum das System zweiundzwanzig — und nicht einundzwanzig — Archetypen hat

Ra antwortet in Sitzung 91 auf die Frage, ob alle Logoi zweiundzwanzig Archetypen haben: Nein. Es gibt Systeme mit weniger Archetypen — bis hin zu Systemen mit fünf. Das System der Sieben plus die Wahl — also zweiundzwanzig — ist das am weitesten entwickelte, das Ra in dieser Oktave kennt. Es ist das Ergebnis von „vielen, vielen vorangegangenen Experimenten in der Artikulation des Einen Schöpfers."

Das bedeutet: Die 21 Archetypen ohne die Wahl wären ein vollständiges, aber unvollendetes System. Die Wahl ist das, was das System abschließt — was es von einer Beschreibung von Erfahrung zu einem Werkzeug der Transformation macht. Ohne die Wahl gibt es Archetypen, die beschreiben. Mit der Wahl gibt es Archetypen, die führen.

Die Wahl im eigenen Leben

Was bedeutet das für jemanden, der diesen Artikel liest und kein Tarot-Studium plant?

Ra gibt in Sitzung 91 eine Antwort, die alle technischen Aspekte hinter sich lässt: „Der Adept hat bereits viel gearbeitet, nicht nur innerhalb des roten, orangenen, gelben und grünen Energiezentrums, sondern schon in der Öffnung von Blau und Indigo. Bis hinauf durch diesen Punkt funktionieren die Archetypen als die große Basis oder Sockel einer gebauten Struktur oder Statue, die den Geistkomplex lebendig, ausgeglichen und als ein Hilfsmittel zugänglich erhält. Es gibt einen Punkt, an dem der Adept seine Arbeit aufnimmt. Dies ist der Punkt, an dem eine klare und bewusste Betrachtung des archetypischen Geistes nützlich ist."

Das ist die praktische Aussage: Der archetypische Geist — und damit die Wahl — wird relevant in dem Maß, in dem ein Mensch beginnt, sein Leben bewusst zu gestalten. Nicht früher. Wer noch nicht begonnen hat, sich selbst zu kennen, die eigenen Muster zu sehen, die eigene Reaktivität zu verstehen — für den ist das Studium der Archetypen verfrüht.

Aber für jemanden, der den Punkt erreicht hat, an dem die Frage nach der eigenen Ausrichtung nicht mehr abstrakt ist — der spürt, dass das Leben sich in eine Richtung neigt, dass bestimmte Entscheidungen sich wiederholen, dass es so etwas wie eine fundamentale Orientierung gibt —, für diesen Menschen ist die Wahl nicht länger ein philosophisches Konzept. Sie ist der Kern des Lebens.

Ra beschreibt in Sitzung 97 das System nochmal von oben: „Wir sind nicht Boten des Komplexen. Wir bringen die Botschaft von Einheit. Nur in dieser Perspektive können wir dem Suchenden den Wert der Fortgeschrittenheit des Erfassens, Ausdrückens und Verwendens dieses Hilfsmittels des tiefen Geistes bestätigen."

Die Archetypen, die Wahl, das gesamte System — es ist ein Hilfsmittel. Es ist nicht das Ziel. Das Ziel ist dasselbe wie am Anfang des Ra-Materials: Einheit. Der Schöpfer, der sich selbst erkennt. Das Gesetz des Einen.

Die Wahl ist der Weg dorthin.

Zusammenfassung

Der zweiundzwanzigste Archetyp — Die Wahl, dargestellt durch den Narren — ist der einzige Archetyp, der für alle Menschen gleich ist. Die 21 anderen haben individuelle Facetten; die Wahl ist fest.

Sie ist die Entscheidung für Dienst an Anderen (ausstrahlend) oder Dienst am Selbst (absorbierend) — keine moralische Unterscheidung, sondern eine Richtungsentscheidung, die bestimmt, wie alle höhere Arbeit geleistet wird.

Sie ist die Arbeit eines Moments und zugleich das, worauf ein ganzes Leben, viele Inkarnationen und ein komplettes kosmisches System hinarbeiten.

Sie ist notwendig für die Ernte aus der dritten Dichte in die vierte, fünfte, sechste Dichte. Ohne Polarisierung gibt es keine Basis für die höhere spirituelle Arbeit.

Und sie ist nach Ra die Achse, auf der sich die Schöpfung dreht.

Nächster Artikel: Was sind die Dichten? — Die acht Stufen der kosmischen Entwicklung.

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